thomas - ein vorbild auf vier rädern


 


 

Ein Hochzeitsbild? - Ja, das bin "ich" und kolibri elisabeth - doch hier geht es mehr um den jungen Mann mit dem Korb...


...es ist Thomas Nolte, der Sohn "meiner" (das bin auch "ich") Schwägerin Ulla, also kolibris Neffe. - Ja, aber warum "ein Vorbild auf vier Rädern"? Weil er mit seiner Willenstärke und positiver Lebenseinstellung Vorbild für viele Andere sein kann. Nicht nur wegen seiner netten, höflichen und freundlichen Art...

Hier sitzt der stolze Fan von Eintracht Braunschweig kurz nach seinem 21. Geburtstag und freut sich über den Aufstieg seiner Eintracht in die 2. Bundesliga

Ja und mit sitzen hat vieles in seinem Leben zu tun. Thomas sitzt seit seinem 9. Lebensjahr im Rollstuhl. Doch lassen wir mal eine Reporterin und ihn selbst zu Worte kommen!



Hier ein Bericht der Braunschweiger Zeitung aus dem Jahr 2004 von Ute Berndt
 

Der Räbker Thomas Nolte ist ein sportliches Multitalent - Sein Ziel: Die Paralympics 2006 und 2008

BRAUNSCHWEIG. Er hat bereits die Doppelkonkurrenz bei den US-Open gewonnen und beim Worldteam-Cup für Deutschland Erfolge gefeiert. Derzeit sitzt Rollstuhl-Tennisspieler Thomas Nolte täglich daheim in Räbke vor dem Fernseher und schaut sich jene Wettkämpfe an, die auch sein großes Ziel sind: die Paralympics.

Den Sprung nach Athen hat der einzige Leistungssport treibendem Behindertensportler unserer Region noch nicht geschafft. Mit seinen 20 Jahren zählt der für den MTV Braunschweig startende zweifache deutsche Meister erst in der Juniorenklasse zur Spitze. Qualifiziert für Paralympics sind die Top-20 der Welt.

Vier Jahre, bis zu den Spielen in Peking, will er allerdings nicht warten, um sich seinen Olympiatraum zu erfüllen. “Ich hab' ganz gute Chancen, schon 2006 in Turin dabei zu sein", sagt er bestimmt.

Denn der Abiturient und angehende. Architekturstudent ist ein sportliches Multitalent. Auch im Abfahrtslauf auf dem Monoski gehört er zu den Besten im Lande. Im Rollstuhl Basketball war er ebenfalls schon zur U-23-Nationalmannschaft eingeladen.. "Irgendwann muss ich mich wohl für eine Sportart entscheiden", ahnt er, aber es klingt nicht begeistert. Und so schmiedet Nolte andere Pläne: "Vielleicht konzentriere ich mich jetzt erstmal auf das Skifahren und nach 2006 dann wieder auf Tennis. Denn zu den Sommerspielen möchte ich schon ganz gerne ...“

Ob er im Tennis den Durchbruch in die Weltspitze schafft, ist unter anderem eine Geldfrage. Auch bei den Rollstuhlfahrern gibt es eine Weltrangliste. Und weil sich an jedes große Turnier der Fußgänger auch ein Rolli-Turnier anschließt, reisen die Toppspieler ebenfalls durch die Welt.. Nur dass sie dabei nicht so viel Prämien bekommen. "Leben kann man davon nicht", weiß Nolte.

Er selbst stößt schon beim Training an seine finanziellen Grenzen. Mangels Trainingspartner in der Region fährt er jeden Samstag im eigenen Auto nach Bielefeld. "Ich würde gerne noch mehr trainieren, aber dazu bräuchte ich einen Sponsor."

 Da hat er es beim Skifahren leichter. Die Lehrgänge organisiert und zahlt größtenteils der Behindertensportverband. Ebenso Ausrüstung, Startgelder und Leistungsdiagnostik. Drei Lehrgänge für die Wintersaison hat Nolte schon absolviert, fühlt sich auf dem richtigen Weg zu den anstehenden Qualifikationsrennen für die Paralympics.

 Fit hält sich der Räbker mit Rolli-Basketball beim MTV Braunschweig. "Da braucht man die gleiche Kondition wie beim Tennis, für kurze Sprints, muss man viel drehen und wenden", erläutert er. Außerdem fährt er so oft wie möglich in und um Räbke, um an Ausdauer und Armkraft zu arbeiten.

Seit seinem neunten Lebensjahr ist er nach einem Autounfall querschnittsgelähmt. Schlagartig war es vorbei mit der Leidenschaft Fußball. Doch Nolte ist keiner, der jammert. "Ich hab' mir gesagt, Sport geht auch im Rollstuhl", erzählt er, wie er sein Schicksal anpackte.

Dass er heute so selbstständig ist, verdanke er seiner Familie und seinen Freunden, sagt der junge Mann. "Man braucht ein Umfeld, das einen nicht bemitleidet und nicht bevormundet." Schon als Kind in der Reha nach dem Unfall habe er zielstrebig an sich gearbeitet, um alleine klar zu kommen. "In Fällen wie meinem war es normal, dass die Leute ein halbes Jahr in der Klinik bleiben - mich haben sie schon nach drei Monaten entlassen", erzählt er stolz.

Diese positive Lebenseinstellung macht ihn wohl auch zu einem derart talentierten Sportler. "Ich kriege meinen Alltag ohne fremde Hilfe auf die Reihe, habe Spaß am Sport und bin sehr motiviert". Die Querschnittslähmung nennt er "eine Beeinträchtigung, mit der man leben muss - aber sie behindert einen nicht." Denn er müsse nicht auf Vieles verzichten. "Ich gehe mit Freunden in die Disko, und ich sitze bei Eintracht Braunschweig gratis auf einem der besten Plätze - direkt am Spielfeldrand."

 

 
Zugegeben ein etwas älteres Foto: Thomas beim Abfahrtslauf auf dem Monoski

Hier was topp aktuelles!
Es ist in Braunschweig aufgenommen, vor dem Pokalspiel Eintracht Braunschweig : Borussia Dortmund!
Mit auf dem Foto sind seine Mutter Ulla, Bruder Timo und
kolibri uwe




 

Ja, und dieses Bild musste noch sein! Zeigt es doch sehr zufriedene Gesichter, denn Eintracht ist mit 2 : 1 eine Runde weiter. kolibri dennis, eigentlich ein Hannover 96 - Fan, war erstmal auf fremden Terrain und fand die Stimmung und den Spielausgang prächtig!